Es wird langsam hell draußen und langsam scheinen auch die ersten Sonnenstrahlen. Es ist Sonntag und der Tag erwacht. Es ist acht Uhr morgens und eigentlich dreht man sich an so einem Tag, um so eine Uhrzeit nochmal gemütlich im kuschelig warmen Bett um. Wir nicht! An so einem Tag, um so eine Uhrzeit sind nämlich nur Sportler und Rentner auf der Straße. Ich zähle uns ruhigen Gewissens zur ersten Gruppe.
Heute ging es nach Steyerberg. Maik hatte einen sechsstündigen Trainingstag eingeplant, damit wir heute eine ordentliche Strecke schaffen. Mit lecker Essen bepackt, welches uns eine Mittagsbuffet zaubern sollte, kamen wir alle nach und nach an.
Ohne großes Trallala ging’s gleich zur Sache. Zu unserem Entsetzen standen wir nach wenigen Minuten auf einem superglatten, mit einer ordentlichen Schicht Staub beschichteten Hallenboden. Die Motivation erhielt einen ziemlichen Schlag ins Gesicht. Aber von sowas lassen wir uns nicht abhalten. Todesmutig trauten wir uns die ersten Schritten und eroberten langsam unsere Sicherheit zurück. Auch wenn der Glättefaktor immer noch ein bisschen für Scheu vorm Tempo sorgte.
Wir bastelten, zählten, klärten, motzten, fielen, holten uns blaue Flecke und bekamen nette Rollenabdrücke an diversen Körperteilen. Nichts desto Trotz standen wir immer wieder auf, wiederholten einzelne Passagen und kamen auch ein Stück weiter. Das Ende ist also nicht mehr ganz so fern.
Auch wenn wir es heute nicht geschafft haben, unser Programm zu beenden, wird es sicher nicht mehr lange dauern. Wenn wir alle jetzt reinklotzen, uns konzentrieren, den ein oder anderen ängstlichen Moment in der Kür durchstehen, den Teamgeist zum Leben erwecken und die Unsicherheit besiegen, hier und dort mal die Augen auf die anderen zu richten, um eine Orientierung vom Gesamtbild zu bekommen, werden wir sicherlich an den Erfolg der letzten Saison anknüpfen können.
Es wäre schließlich nicht ratsam eine Euro sausen zu lassen, wenn sie doch so dicht vor der Nase liegt!